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Bhadresh Parbhoo
International Building Projects Manager Belux

Ich liebe es, vor Ort zu sein, um neue Architekturprojekte zu finden, bei denen Produkte und Lösungen aus unserem reichhaltigen Angebot zum Einsatz kommen könnten. Die enge Zusammenarbeit mit Architekten und Ingenieuren bietet großartige Chancen und ist gleichzeitig sehr erfüllend. Denn jedes Projekt bringt spannende Herausforderungen mit sich – was meinen Beruf so abwechslungsreich und angenehm macht. Your Dreams, Our Challenge – das ist unser Motto.

Kurzbiografie

Bhadresh Parbhoo arbeitet als IBP Manager Belux bei AGC Glass Europe. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Glasindustrie ist er zu einem wertvollen Geschäftspartner für Architekten geworden und unterstützt diese bei großen nationalen und internationalen Bauprojekten. Bhadresh Parbhoo verfügt über denAbschluss „MSc Construction Engineer, Building & Civil Construction Engineering“ der belgischen ECAM Brussels Engineering School.

Was machte das Edenya-Projekt aus Sicht der Verglasung so einzigartig?

Edenya unterschied sich von klassischen Fassaden- oder Dachverglasungsprojekten. Das Glas musste gleichzeitig optimale Bedingungen für Pflanzen, Tiere und Besucher schaffen. Üblicherweise werden Verglasungen vor allem im Hinblick auf menschlichen Komfort und Energieeffizienz entwickelt. Hier war das Ökosystem selbst Teil der Aufgabenstellung.

Das Projekt umfasst ein flaches Glasdach von mehr als 40.000 m² über dem heute größten Tropengewächshaus der Welt. Die Herausforderung bestand darin, eine hochtransparente Dachkonstruktion zu schaffen, die den Wärmeeintrag reduziert und gleichzeitig ausreichend UV-Strahlung durchlässt, damit Flora und Fauna auf natürliche Weise gedeihen können.

Diese Kombination von Anforderungen machte das Projekt für AGC zu etwas ganz Besonderem.

Warum war die Balance zwischen Sonnenschutz und UV-Durchlässigkeit eine so komplexe Herausforderung?

Normalerweise werden Sonnenschutzbeschichtungen entwickelt, um einen großen Teil der Sonnenstrahlung – einschließlich der UV-Strahlung – zu blockieren. Dadurch werden der Innenraumkomfort verbessert und Überhitzung vermieden.

Bei Edenya standen wir jedoch vor der gegenteiligen Herausforderung: Wir mussten den solaren Wärmeeintrag reduzieren und gleichzeitig einen Teil des UV-Spektrums durchlassen.

Pflanzen und Tiere benötigen UV-Licht für ihre natürlichen biologischen Prozesse, während Besucher vor übermäßiger Sonneneinstrahlung und Hitze geschützt werden müssen. Die richtige Balance zwischen diesen scheinbar widersprüchlichen Anforderungen zu finden, bedeutete, den traditionellen Ansatz für Sonnenschutzverglasungen neu zu überdenken.

Dabei waren die Beschichtungsexpertise und die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen von AGC von entscheidender Bedeutung.

Wie hat AGC eine Verglasungslösung entwickelt, die dieses Gleichgewicht ermöglicht?

Bereits in den frühen Projektphasen arbeiteten wir eng mit allen Beteiligten zusammen, insbesondere mit dem Architekten Pascal De Beck und dem Ingenieur Thierry Gérard.

Auf Grundlage ihrer Vision entwickelten wir gemeinsam mit unseren F&E-Spezialisten ein vollständig maßgeschneidertes Verglasungskonzept.

Das zentrale Element war eine speziell für Edenya entwickelte Sonnenschutzbeschichtung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Beschichtungen wurde sie so konzipiert, dass sie etwa 40 % der UV-Strahlung durchlässt und gleichzeitig den Großteil der Sonnenwärme zurückhält.

Die Entwicklung erforderte umfangreiche Labortests, da wir die Zusammensetzung der Beschichtung vollständig unter dem Gesichtspunkt der UV-Durchlässigkeit neu gestalten mussten und nicht nur hinsichtlich ästhetischer oder thermischer Eigenschaften.

Welche weiteren Glastechnologien waren neben der Beschichtung erforderlich?

Das Projekt erforderte eine echte multifunktionale Verglasungslösung.

Zusätzlich zur maßgeschneiderten Beschichtung wurde eine UV-durchlässige PVB-Folie in das Verbundsicherheitsglas integriert.

Darüber hinaus musste das Dach eine hohe Wärmedämmleistung bieten, um Wärmeverluste in einer tropischen Umgebung dieser Größe zu begrenzen. Die Verglasung erreicht einen Ug-Wert von 1,0 W/m²K.

Ein Teil des Glases wurde außerdem thermisch gehärtet, damit die Dachfläche für Wartungsarbeiten begehbar ist. Die endgültige Lösung vereint somit UV-Durchlässigkeit, Sonnenschutz, Wärmedämmung, Sicherheit und Langlebigkeit in einem einzigen Verglasungssystem.

Handelte es sich um eine völlig neue Art der Beschichtungsentwicklung für AGC?

Ja, absolut. Wir entwickeln regelmäßig maßgeschneiderte Beschichtungen für Architekturprojekte. Diese werden jedoch in der Regel durch ästhetische Anforderungen bestimmt.

Bei Edenya war der Ausgangspunkt ein völlig anderer. Die Beschichtung musste biologischen und ökologischen Anforderungen gerecht werden. Wir mussten neu definieren, wie die Beschichtung mit UV-Strahlung interagiert und gleichzeitig eine hohe Sonnenschutzleistung gewährleistet.

Genau das macht dieses Projekt aus Innovationssicht so spannend.

Edenya ist auch eine bemerkenswerte belgische Erfolgsgeschichte. War dieser Aspekt wichtig?

Auf jeden Fall. Pairi Daiza schätzte besonders, dass es sich um eine vollständig belgische Verglasungslösung handelte.

Der Sand stammt aus Mol, das Glas wurde in Moustier produziert, die Beschichtung in Lodelinsart aufgebracht und die Endmontage erfolgte in Kortrijk.

Das Projekt zeigt die Stärke lokaler Expertise und das integrierte Know-how von AGC entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Glases.

Glauben Sie, dass Edenya zukünftige Architekturprojekte inspirieren kann?

Absolut. Seit Abschluss des Projekts haben wir bereits Anfragen aus mehreren Ländern für ähnliche Lösungen mit UV-durchlässigen Sonnenschutzbeschichtungen erhalten.

Edenya zeigt, dass Glas weit mehr leisten kann, als lediglich ein Gebäude zu umhüllen. Es kann aktiv zur Schaffung kontrollierter Ökosysteme und neuer immersiver Architekturkonzepte beitragen.

Da Themen wie Nachhaltigkeit, Wohlbefinden und biophiles Design in der Architektur zunehmend an Bedeutung gewinnen, sehe ich großes Potenzial für ähnliche Anwendungen in der Zukunft.